Mittwoch, 10. August 2011

Wenn Fett weh tut

Ein harter Tag liegt hinter mir.
Meine beiden Kiddies waren alles andere als gut drauf.
Den ganzen Tag gemecker und gejammer.
Zwei heulende Kleinkinder können einen nicht nur an den berühmtem Rand des Wahnsinns treiben sondern leider auch darüber. Dass der Rand überschritten war, merkte ich als es leider schon zu spät war und ein Stück Wurst in meinem Mund steckte, das ich eigentlich aufs Brot für Sohnemann legen wollte.
Mit ach und krach schaffe ich es mich zurückzuhalten und nicht noch Scheibe 2 und 3 hinterher zu schieben, aber das Tier in brüllt laut "Meeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr, ich will meeeeeeeeeeeeeeehr!".
Ich glaub nach diesen Brüll ist mein inneres Ohr taub.

Aber so richtig frustrierend wurde es als wir auf dem Spielplatz waren.
Herrliches Wetter. Sonnenschein und blauer Himmel.
Ich stecke die Kleine in die Babyschaukel. Natürlich will der Große unbedingt in diese als er sieht, dass seine Kleine Schwester dort rein soll. (Oh Mann! Der Futterneid unter Kinder ist unbeschreiblich).
Ich kann ihn davon überzeugen, dass Lexi kleiner ist als er und nur in dieser Schaukel schaukeln kann und er als Großer auch auf die andere gehen kann.
Puuuh! Das ging noch recht einfach und schnell aber dann...
"Mama... Schoß schaukeln wie Anita!"
Oh Nein! Das meint er nicht wirklich ernst.
Anita, seine zierliche Tagesmutter setzt sich immer auf die Schaukel, nimmt ihn auf den Schoß und schaukelt dann mit ihm gemeinsam.
Dummerweise ist für mich diese Schaukel das reinste Folterwerkzeug.
Als ich mich reinsetze denke ich noch "Knapp aber es geht"
Tja, das denke ich bis zu dem Moment wo meine Füße den Boden verlassen.
Ich sitze mit meinem gesamten Kampfgewicht in der Schaukel und die Ketten drücken sich grausam in meine Hüften. Es tut weh! Es tut wirklich höllisch weh. Genauso gut könnte man mir auch ein Messer in die Hüften rammen. Fühlt sich sicher ähnlich an. Als wäre der körperliche Schmerz nicht schon genug, tut es einfach furchtbar weh zu wissen nicht annähernd der Norm zu entsprechen und somit normal zu sein.
Dieser Moment hat nur ein Gutes, er spornt mich an, weiter zu machen. Nächstes Jahr möchte ich mit meinem Sohn auf dieser Schaukel sitzen und gemeinsam mit ihm durch die Luft schweben.
An dieses schmerzhaften Moment denke ich wieder als mein Freund mir beim Abendessen noch eine Scheibe Brot anbietet "Nein Danke! Ich bin satt" sage ich.
"Nein Danke! Ich bin unsagbar, frustrierend, unbeschreiblich schmerzhaft Fett!" Das denke ich und bin froh, dass er nicht Gedanken lesen kann. :-( 

Die Waage zeigte heute Morgen inkl Schlafanzug 98,8kg an.

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